Aufruf zu den

Climate & Justice Games 13. bis 17. November 2018 – Anlass ist die EuroTier-Messe in Hannover

Nach Paris, Amsterdam, Basel und Wien finden Klimaspiele nun erstmals auch in Hannover statt. Um deutlich zu machen, dass die Ausbeutung von Tieren, Menschen und der Natur nicht losgelöst voneinander zu betrachten ist, und um die gemeinsamen Kämpfe von vielen linken und sozialen Bewegungen zu stärken, wollen wir Klima und Gerechtigkeit gleichermaßen in den Fokus rücken. Anlass ist die EuroTier-Messe – die weltweit größte Fachmesse für Tierhaltung, die im Zweijahresrhythmus in Hannover stattfindet. Aber die Climate & Justice Games werden die Möglichkeit bieten, auch weitere Orte und Akteure, die für den Klimawandel, Soziale Ungerechtigkeit und Tierausbeutung stehen, aufzuzeigen und zu stören.

Warum Climate?

Wenige der aktuell ablaufenden globalen Krisen lösen soviel Beunruhigung aus wie der Klimawandel, und zwar zu Recht: Auf der Agenda steht die Verschlechterung der Lebensverhältnisse für die meisten Bewohner*innen dieses Planeten, wenn auch in unterschiedlichem Maße: schwer abschätzbare Risiken für die Versorgung mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Behausungen, sowie Emissionen, die jahrhundertelang Auswirkungen haben werden. Neben der Kohleverstromung und dem motisierten Verkehr trägt die Tierproduktion wesentlich zur Erderwärmung bei – und gleichzeitig schreitet der Klimawandel ungebremst voran.

Warum Tierproduktion?

Wie keine andere Wirtschaftsbranche steht die Tierproduktion für eine industrialisierte Form der Tierausbeutung. Gleichermaßen steht sie für den Klimawandel, für Landraub, für Billigexporte und die damit einhergehende Verletzung der Ernährungssouverenität, für Artensterben und die Verletzung weiterer planetarer Grenzen wie für einen extremen Niedriglohnsektor, für eine Verschwendung von Lebensmitteln und Produktivkräften, für eine Monopolisierung durch wenige Großkonzerne und für Deutschlands aggressive und dominante Stellung auf dem Weltmarkt.

Warum die EuroTier?

Die EuroTier ist einer der bedeutungsvollsten Treffpunkte für Akteure aus der Tierproduktion und Landwirtschaft, aus nach- und vorgelagerten Branchen sowie Politik und Verwaltung. An Messeständen von weit über 2.000 Aussteller*innen sowie auf Fachveranstaltungen und Tagungen können sich rund 160.000 Besucher*innen über „die neuesten Trends und Innovationen im Bereich Tierhaltung, Management und Dienstleistungen“ informieren. In Tiershows werden lebende Rinder, Schweine und andere Tiere als Produktionsmittel und Waren vorgeführt.

System Change!

Es ist inzwischen nicht mehr zu leugnen, dass sowohl Klima- als auch Tierschutz – geschweige denn Klimagerechtigkeit und Tierbefreiung - von oben nicht funktioniert: die Verabschiedung der neuen Bundesregierung von den selbstgesetzten Klimaschutzzielen für 2020 und Schleuderpreise für Emissionszertifikate sind nur ein Symptom für das allumfassende Scheitern von Klimapolitik unter kapitalistischen Rahmenbedingungen; mit Tierschutzgesetzen, die noch nicht einmal umgesetzt werden, und diversen Tierwohl- und Biolabeln sollen die Verbraucher*innen beruhigt werden, damit Konzerne weiter auf Kosten der Tiere Profite machen können. Das derzeitige System nützt wenigen und schadet allen. Immer mehr Menschen wird daher klar, dass ernstgemeinter Klimaschutz und gesellschaftliche Tierbefreiung darin bestehen muss, die Systemfrage zu stellen. Dabei muss mit System Change mehr gemeint sein als nur ein anderes Landwirtschafts- oder Energiesystem.

Warum über Tierproduktion hinaus?

Die Tierproduktion ist nur ein Symptom eines insgesamt ungerechten und destruktiven Systems, in welchem Leben und Freiheit von Menschen und anderen Tieren Profit-und Machtinteressen der Herrschenden untergeordnet, und Solidarität und Mitgefühl erstickt werden. Um dies zu verdeutlichen, werden wir Hannover zu einem Spielfeld erklären, indem wir online mögliche Aktionsorte sammeln und zu kreativen Aktionen aufrufen. Damit werden wir den Druck für einen sozial-ökologischen Wandel erhöhen und verdeutlichen, dass Klimagerechtigkeit und Tierbefreiung nicht nur notwendig, sondern auch machbar ist!

Werdet aktiv!

Ob Kletteraktionen, Demonstrationen, Go-Ins, Straßenkreide- oder Blockadeaktionen, oder etwas ganz Anderes - seid einfallsreich und entschlossen. Wir stellen uns in unseren Aktionen nicht nur der EuroTier, sondern den herrschenden Verhältnissen insgesamt entegegen – Kapitalismus, institutionellem und gesellschaftlichem Rassismus, Sexismus und allen Formen von Hierachisierung. In unseren Aktionen ist kein Platz für Querfrontlerei und reaktionäre Ideologien. Unsere Aktionstage sind emanzipatorisch und das wird auch in den Aktionsformen sichtbar sein. Wir solidarisieren uns mit allen Aktivist*innen, die gemeinsam mit uns weltweit für eine bessere Welt kämpfen. Du kannst entweder selbst Aktionen entwickeln oder dich einer anderen anschließen. Eine Vielzahl von Themen erfordert verschiedene Aktionsformen, für jede*n wird etwas dabei sein! Gemeinsam markieren wir die Orte, an denen Umweltverschmutzung und soziale Ungerechtigkeit passieren! Wenn möglich, schließt euch schon vorher zu Bezugsgruppen zusammen und plant eure Aktion, es wird aber auch während der Aktionstage noch die Möglichkeit geben, eine Bezugsgruppe zu finden. Ab dem 15. November werden wir die nötige Infrastruktur organisieren und bereitstellen, unter anderem Rechtshilfe, Küche für Alle, Orte zum Kennenlernen und Besprechen, und Schlafplätze.

Weitergehende und aktuelle Infos erfährst du unter:

climate-and-justice.games

Animal Rights Watch (ARIWA), Animal-Climate-Action (AniCA) und Zucker im Tank (ZiT)