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Der Prozess: Zivilgesellschaft als Staatsfeind

Freitag, 16. November 2018, 18:00 in der Korn

"Türen werden mit Rammböcken aufgebrochen, vermummte Kommandos stürmen mit Stahlhelmen und geladenen Waffen die Wohnungen, jagen junge Menschen aus ihren Betten und setzen ihnen Pistolen an den Kopf. Die Beamten werfen Computer auf den Boden, durchwühlen Schränke und Betten. Kinder stehen verängstigt daneben. Das sind keine Szenen aus dem Irak-Krieg, sondern die Bilder eines Polizei-Einsatzes in Österreich 2008, bei dem der Mafia-Paragraf 278a just gegen Tierschützer in Anwendung gebracht wurde. Mit dem Vorwurf der Bildung einer kriminellen Organisation reichte somit schon die Vermutung auf Sachbeschädigungen aus, um zehn der Aktivisten ins Gefängnis zu bringen. Zwei Jahre Überwachung, drei Monate Untersuchungshaft und die Beschlagnahmung von Materialien durch die Einsatzkommandos erbrachten nicht die erhofften Beweise. Die Staatsanwaltschaft stellte dennoch Antrag auf Haftverlängerung, mit dem Argument, es handle sich um eine besonders klandestine, kriminelle Vereinigung. Der Strafantrag folgte ein Jahr später. Und weil den ermittelnden Behörden immer noch der wesentliche Anfangsverdacht fehlte, lauschten Spezialeinheiten wochenlang penibel bis in die Schlafzimmer der Angeklagten. Verdeckte Ermittler nahmen an hunderten Veranstaltungen teil, ehemalige Tierschützer wurden von der SOKO zu Vertrauenspersonen umgepolt. Neben dem Verteilen von Flyern und der Behinderung von Tiertransporten gaben sie heimlich Aufzeichnungen an den Verfassungsschutz weiter.
Fazit: Fünf Millionen Euro Ermittlungskosten, aber keine schlagkräftigen Beweise. Was bleibt ist der ebenso nebulose wie höchst bedrohliche Anklagepunkt, der gemäß dem §278a lautet: „... der/die Angeklagte hat sich auf andere Weise bei einer kriminellen Organisation beteiligt, indem er/sie Information, Wissen oder anderes für strafbare Handlungen zur Verfügung gestellt hat.“ Dieser lapidar klingende Gesetzestext ermöglicht es den Richtern, Beschuldigte auch ohne Beweise für konkrete Straftaten festzunehmen." (Quelle: www.derprozess.com)
Vor dem Film wird Chris Moser aus ausgewählten Passagen seiner Bücher lesen, in welchen er u. a. den Prozess aufgearbeitet hat – ein Prozess in dem er einer der Angeklagten war. Nach dem Film wird es eine offene Fragerunde geben. Info: Das Pendant in Deutschland zum §278a ist der §129a. Die Fotografie im Titelbild, sowie viele weitere tolle Bilder, findet ihr unter: www.wirliebe.at/kunst (Bildrechte: Jacqueline Korber - WirLiebe - fotografie kunst leben)

Demo “Schluss mit der EuroTier – Gerechtigkeit jetzt und hier!”

Wann:

  • Samstag, 17 November 2018, 13:00 Uhr
  • am letzten Aktionstag der Climate & Justice Games

Wo:

  • Start Ernst-August-Platz, 30159 Hannover
  • Abschluss UJZ Korn, Abschlussveranstaltung und Party der Games

 

 

Hier der Aufruf:

Alle zwei Jahre kommt die EuroTier-Messe nach Hannover, so auch wieder in diesem Jahr. Und genau wie im November 2016 wird die Präsens dieser Messe auch in diesem Jahr nicht wortlos hingenommen.

+ + + Was ist die EuroTier-Messe?

Die internationale Tierhaltungsmesse EuroTier ist eine der weltweit größten Drehscheiben der Tierausbeutungsindustrie. Vom 13. bis 16. November kommen über 2.500 Aussteller*innen aus über 60 Ländern und über 150.000 Besucher*innen aus unterschiedlichen Branchen rund um die Tierhaltung auf dem hannoverschen Messegelände zusammen.

+ + + Warum sind wir gegen die EuroTier-Messe?

1. Tierausbeutung

Die Messe gibt vor, als Leitmesse für Tierhaltungsprofis einen „umfassenden Überblick über die Innovationen bei Technik, Dienstleistungen und Genetik rund um die moderne Tierhaltung“ zu geben. Dabei geht es insbesondere um die Haltung von Rindern, Schweinen und Geflügel, weiterhin aber auch um die Haltung von Schafen, Ziegen und Pensionspferden.

Doch was bedeutet moderne Tierhaltung eigentlich?

99% des in Deutschland gegessenen Fleisches stammt aus Massentierhaltung. Die Tiere verwahrlosen in einer dunklen, reizlosen und engen Umgebung, Jungtiere und Eltern werden voneinander getrennt, ihre Körper werden verstümmelt und Krankheiten sowie schwere Leiden werden in Kauf genommen. Allein in Deutschland sterben pro Jahr etwa 50 Millionen Tiere bereits während der Aufzucht, Haltung und Mast. Weitere 4 Millionen Tiere kommen während der Transporte zum Schlachthof ums Leben. Kannibalismus, bewegungslos eingesperrte Tiermütter, künstliche Besamungen, Beschäftigungslosigkeit und ein Leben in drangvoller Enge, Dreck und den eigenen Exkrementen sind die wahren Umstände dieser „modernen Tierhaltung”.

2. Klimawandel und Umweltzerstörung

Darüber hinaus ist die Tierindustrie einer der Hauptreiber des Klimawandels. Unzählige Waldflächen werden für den Futtermittelanbau sowie für Tierhaltungsflächen gerodet. Die globale Tierproduktion wird je nach Studie bis über 25 Prozent des Treibhausgasausstoßes verantwortlich gemacht. Hervorzuheben sind dabei der immense CO2 -freisetzende Landverbrauch insbesondere für die Futtermittelproduktion sowie die klimaschädlichen Verdauungsgase vor allem der Rinder. Weiterhin verbraucht die Herstellung von Tierprodukten deutlich mehr Wasser und fossile Brennstoffe als die Erzeugung pflanzlicher Nahrungsmittel.

3. Verletzung der Menschenrechte

Über die Missachtung von Tierrechten und Umweltschutz hinaus werden auch die Rechte von unzähligen Menschen immer wieder durch die Tierleidindustrie verletzt. Im globalen Süden sind noch verbliebene indigene Kulturen existenziell von brutalem Landraub und Vertreibung zu Gunsten der Futtermittelindustrie betroffen. Hierzulande stehen Schlachtkonzerne wegen schwerer Verstöße gegen das Arbeitsrecht durch Lohndumping bis hin zu Menschenhandel in der Kritik. Der Neubau von Tieranlagen und Schlachthöfen wird häufig rücksichtslos gegen den Widerstand der lokalen Bevölkerung durchgesetzt.

+ + + Was fordern wir?

Zusammengefasst repräsentiert die EuroTier-Messe jegliche Form der Ausbeutung von Mensch, Tier und Umwelt. Damit muss endlich Schluss sein. Deshalb rufen wir am Samstag, den 17. November zu einer großen Demonstration gegen die EuroTier-Messe auf. Wir fordern eine klima- und umweltfreundliche Landwirtschaft, welche die Tiere als gleichwertige Lebewesen ansieht und die Rechte aller menschlichen und nichtmenschlichen Tiere gleichermaßen wertschätzt und respektiert. Die Zukunft der Landwirtschaft ist solidarisch, ökologisch und vegan.

 

Weitere Infos auf Facebook:

https://www.facebook.com/events/2073897469351316/

 

Gemeinsame Anfahrt von Hamburg aus:

https://www.facebook.com/events/201936417388586/

Macht mit bei der Bettenbörse!

Der Countdown bis zu den Climate & Justice Games läuft und wir suchen noch Schlafplätze für Teilnehmer_innen und Unterstützer_innen. Falls ihr in Hannover wohnt und vom 13. bis 17.11 ein Bett oder ein Couch frei habt, egal ob für den gesamten Zeitraum oder nur für ein paar Tage, dann kontaktiert uns bitte.

info@climate-and-justice.games

Vielen Dank für eure Unterstützng! Wir sehen uns bald :)

28.10 Vorbereitungstreffen zur Eurotier Messe in Bochum

Die Tierbefreier Bochum veranstalten am 28.10 im Naturfreundezentrum (Alte Bahnhofstraße 175, 44892 Bochum) ein Vorbereitungstreffen. Das Event findet ihr auch auf facebook: https://www.facebook.com/events/666799873713765/

Hier der Aufruf zur Veranstaltung:


Wir möchten uns gemeinsam auf einen entschlossenen Protest gegen die weltweite Leitmesse der Tierausbeutung, der "Eurotier", in Hannover vorbereiten!
Dazu werden auch wir uns mit eigenen Aktionen an den Climate & Justice Games vom 15-17 November beteiligen.
Beim Vorbereitungstreffen wird es ab 12 Uhr einen kurzen Vortrag/Besprechung zur Eurotier geben. Danach werden wir uns gemeinsam mögliche Aktionsformen überlegen, planen, üben, Material vorbereiten. Dazu gibt es die Möglichkeit für die Anreise/Aktionen/Sonstiges Bezugsgruppen zu bilden.
Kommt vorbei und organisiert mit uns einen vielseitigen, kreativen Protest, auch wenn ihr in dem Zeitraum nicht nach Hannover fahren könnt sind dezentrale Aktionen auch in anderen Städten wundervoll!

Wir sind am Zug! Für die Befreiung aller Tiere!

Programm für das Skillsharing Wochenende

In 4 Tagen beginnt unser Skillsharing-Wochenende zur Vorbereitung der Climate and Justice Games in Hannover im UJZ-Korn ( Kornstraße 28, Hannover)

Wenn ihr teilnehmen möchtet, meldet euch bitte vorab unter folgender Mail-Adresse, damit wir besser planen können:
skillsharing@climate-and-justice.games (Den PGP-Key findet ihr hier: https://climate-and-justice.games/pages/kontakt)

Wenn ihr euch frühzeitig meldet, können wir auch Schlafplätze organisieren.

- Gegebenenfalls werden wir das Programm an die Bedürfnisse der Teilnehmer*innen vor Ort anpassen -

Programm:

Freitag, 12.10. 
18 bis 20 Uhr

Vortrag: Vorstellung der Climate and Justice Games

Samstag, 13.10.
10 bis 12 Uhr

Workshop: How to do a Kleingruppenaktion

Welche (auch niedrigschwelligen) Kleingruppenaktionen sind möglich? Wie kann so eine Aktion ablaufen und welche Aufgaben gibt es? Der Workshop soll Fähigkeiten vermitteln, um eigene Aktionen zu planen.

14 bis 16 Uhr

Workshop: Gesa und Knast

Wir bieten einen Workshop zum Thema Gesa (Gefangenensammelstelle) und Knast an. Wir glauben das Thema sollte nicht zu kurz kommen, da die Repression nicht abnimmt. Der Workshop zeigt Strategien im Umgang mit Gefangenenschaft auf, und bietet die Möglichkeit sich auszutauschen und eigene Erfahrungen zu reflektieren

17 bis 19 Uhr

Workshop: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:

Wie bringt ihr eure Botschaft in die Medien? Mit  praktischen Übungen wie Pressemitteilungen schreiben und Interviews geben versuchen wir zu behandeln, wie ihr mit der Presse umgehen könnt und wie ihr eigene Pressearbeit macht.

19 bis 20 Uhr

Bezugsgruppenfindung

Aktionen & Events:

Dienstag 13.11.18

14:00 -14:30
Aktion: Landwirtschaft erLEIDEN
Vor dem Eingang Messe/Nord
16:00 -19:00
Medienaktion: 2 Tage - 2 Städte - 40 Aktivist_innen
Ernst-August-Platz, 30159 Hannover

Mittwoch 14.11.18

17:00 - 19:00
Aktionstag gegen Pelz und Leder
Platz der Weltausstellung, 30159 Hannover
19:00
Küfa

Donnerstag 15.11.18

11:00
Offenes Plenum & Bezugsgruppenbildung
UJZ-Korn
16:00-18:00
Filmvorführung vor McDonalds
Mc Donalds Ehmann, Andreasstr. 1
16:30-19:00
Workshop zu Kleingruppenaktionen
UJZ-Korn
19:00
Küfa
UJZ-Korn
20:00
Vorbereitungstreffen Rallye
UJZ-Korn

Freitag 16.11.18

11:00
Offenes Plenum & Bezugsgruppenbildung
UJZ-Korn
16:30-18:00
Workshop zu Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
UJZ-Korn
18:00 - 22:00
Film der Prozess, anschließende Diskussion
UJZ-Korn
19:00
Küfa
UJZ-Korn

Samstag 17.11.18

11:00
Offenes Plenum & Bezugsgruppenbildung
UJZ-Korn
13:00-16:00
Demo gegen die EuroTier Messe
Ernst-August-Platz, 30159 Hannover
18:00
Küfa
UJZ-Korn
19:00
Abschlussveranstaltung & Feedback
UJZ-Korn
21:00
Konzert mit Shoob & TorkelT
anschließend Party
UJZ-Korn